Jugendkicker sind in Gastfamlien untergebracht

„Wer von euch hat keine Tierhaarallergie”?, diese Frage musste Felix Hirschnagel, der Jugendbetreuer der U12 Kicker vom FC Augsburg, vor der Verteilung seiner Spieler klären. Immerhin hat Anna Jobst, die Heidener Gastmutter für zwei Jugendfußballer, zwei Kaninchen und zwei Kater im Haus.

Für die 18. Auflage des EU-Cups in Heiden, an dem zahlreiche erstklassige Mannschaften aus dem In- und Ausland teilgenommen haben, hatten sich im Vorfeld 70 Heidener Familien und Gasteltern gemeldet, um den Nachwuchskickern während des dreitägigen Turniers eine angemessene Unterkunft zu bieten.

Anna Jobst und ihr Freund David Amarald waren als Gastgeber für zwei Spieler vom FC Augsburg auserkoren. Diese waren am Freitag nach einer achtstündigen Anreise gegen 17.30 Uhr am Borkener Bahnhof abgeholt worden und nach dem gemeinsamen Abendessen mit anderen Spielern in ihre Gastfamilie gekommen.

Petros Kitsides und Samuel Unsöld meldeten sich auf die Frage nach eventueller Tierhaar-Allergie als „resistent” zur Stelle. Also bekamen sie den Zuschlag und belegten bei Anna Jobst und David Amarald gemeinsam ein geräumiges Zimmer.

Petros Kitsides wohnt eigentlich in München und wird von seinem Vater dreimal die Woche zum Training nach Augsburg chauffiert. „Das sind nur dreißig Minuten”, wie er beschwichtigend feststellte. Er spiele erst seit vier Monaten bei Augsburg als Mittelfeld- und rechter Flügelspieler. Vorher habe er in München gekickt. Sein Ziel sei es, einmal so ein großer wie Ronaldo zu werden. Beim FC Augsburg sei sein Vorbild Konstantinos Stafyli-dis, der wie er aus Griechenland stamme.

Samuel Unsöld wohnt in Ulm und wird seit einem Jahr dreimal die Woche mit dem Vereinsbus abgeholt, um seiner Leidenschaft im 45 Minuten entfernten Augsburg nachzugehen. Er spielt in seiner U12-Mannschaft hinten links, wie er sagte. Seine großen Vorbilder seien Jerome Boateng von Bayern München und Paul Pogba von Manchester United.

Beide berichteten über zahlreiche Teilnahmen ihres Vereins an Turnieren und Spielen im In- und Ausland. Für dieses Jahr sei noch eine Reise nach London geplant. „In Heiden wollen wir mindestens das Halbfinale erreichen und dann gegen Atlético Madrid spielen”, war ihr fußballerischer Wunsch für die nächsten Tage. Außerdem stand noch ein Besuch des Aquarius in Borken auf dem Terminplan. Beide freuten sich zudem auf die An-reise ihrer Väter, die sich das Turnier in Heiden mit zahlreichen Erst- und Zweitligamannschaften auch nicht entgehen lassen wollten.

Anna Jobst und David Amarald haben zwar, wie sie sagen, keine direkte sportliche Beziehung zu Viktoria Heiden, aber auch schon im vergangenen Jahr hatten sie zwei Kicker bei sich untergebracht, um Mitorganisatorin Nicola Füllbier, einer Tante von Anna Jobst, einen Gefallen zu tun. „Wir müssen nur darauf achten, dass die Jungs genug trinken und morgen früh gut frühstücken”, so Anna Jobst, die in Heiden bei der Sparkasse arbeitet. Dies hätten ihnen die Betreuer mit auf den Weg gegeben. „Und ab 21 Uhr wird geschlafen.”

Übrigens: Die Kater Mogli und Merlin schienen anfänglich durch die neuen Mitbewohner irritiert, hatten diese aber schon bald in ihr Herz geschlossen. Während Samuel Unsöld sie streichelte, hielt Petros Kitsides dagegen lieber respektvoll Abstand. Na ja, so ein Kater ist ja auch kein Gegenspieler.

Quelle: BZ